Auto aus Deutschland in die Schweiz importieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026
Was kostet ein deutscher EU-Direktimport wirklich? Welche Dokumente brauchst du, wie funktioniert die Verzollung, was prüft die MFK? Der vollständige Praxis-Leitfaden.
Warum ein Direktimport aus Deutschland attraktiv ist
Der deutsche Fahrzeugmarkt ist tief, transparent und in vielen Segmenten preislich attraktiver als der Schweizer Markt. Insbesondere bei Premium-Modellen, Vorführwagen und Jahreswagen liegen die Listenpreise spürbar unter denen offizieller Schweizer Importeure.
Wer den Importprozess sauber organisiert, spart in der Regel zwischen 8 % und 20 % gegenüber dem Schweizer Neupreis — selbst nach Berücksichtigung von Zoll, Automobilsteuer, MWST und Transport.
Welche Dokumente du brauchst
COC-Papier (Certificate of Conformity) des Herstellers, Kaufvertrag, Fahrzeugbrief/-schein bzw. Zulassungsbescheinigung Teil II, Form 13.20 A (Schweizer Zollanmeldung) und der Nachweis über die bezahlte deutsche MWST sind die Basis.
Beim Direktimport eines Neufahrzeugs kann die deutsche MWST vom Händler erlassen werden — entscheidend ist die korrekte Innergemeinschaftliche Lieferung.
Verzollung: 4 % Automobilsteuer + 8,1 % MWST
An der Schweizer Grenze fallen die Automobilsteuer (4 % auf den Fahrzeugwert) sowie die Einfuhr-MWST von 8,1 % an. Bemessungsgrundlage ist der Transaktionswert inkl. Transport bis zur Grenze.
Wer regelmässig importiert oder grössere Stückzahlen bewegt, kann das Verfahren über einen Spediteur bzw. Importdienstleister deutlich vereinfachen.
MFK und Zulassung
Nach dem Grenzübertritt benötigt das Fahrzeug eine kantonale Prüfung (MFK). Importspezialisten bereiten Fahrzeuge typischerweise so vor, dass die Prüfung beim ersten Anlauf besteht — von Lichteinstellung über Schweizer Pflichtausstattung bis zur AU.
Erst nach bestandener MFK kann das Fahrzeug auf Schweizer Schilder zugelassen werden.
Selbstimport oder spezialisierter Anbieter?
Selbstimport ist möglich, lohnt sich aber typischerweise nur, wenn man Zeit, Sprachkenntnisse und ein verlässliches Händlernetz in DE besitzt. Andernfalls amortisieren sich die Kosten eines spezialisierten Importdienstleisters in der Regel durch geringere Risiken, kürzere Durchlaufzeiten und sauberere MFK-Vorbereitung.
Auf importcheck.ch findest du eine vollständige Übersicht spezialisierter Anbieter inkl. Preisindikator und Service-Vergleich.
Häufige Fragen
8 AntwortenWie lange dauert ein Autoimport aus Deutschland?+
Realistisch zwischen 3 und 8 Wochen, abhängig von Fahrzeugverfügbarkeit, Spediteur und MFK-Termin.
Brauche ich das COC-Papier?+
Ja. Ohne COC ist die Schweizer Zulassung praktisch nicht möglich. Seriöse Anbieter klären das vor dem Kauf.
Lohnt sich der Import auch bei Volumenmodellen?+
Häufig ja, allerdings ist der Preisvorteil bei Premiummodellen tendenziell grösser.
Kann ich das Fahrzeug selbst über die Grenze fahren?+
Ja, mit gültigen Ausfuhrkennzeichen aus Deutschland (Kurzzeitkennzeichen) und vorab angemeldeter Zollabwicklung. Spezialisten übernehmen das meist im Pauschalpreis und vermeiden Stillstands- und Lagergebühren.
Was passiert, wenn das Fahrzeug die MFK nicht besteht?+
Du erhältst einen Mängelbericht und musst nachbessern. Bei professionell vorbereiteten Importen ist das selten. Plane in deinem Budget einen Puffer von 300–800 CHF für allfällige Nacharbeiten ein.
Wie zuverlässig sind deutsche Online-Plattformen?+
Plattformen wie Mobile.de oder AutoScout24 sind etabliert, allerdings sind seriöse Inserate von dubiosen schwer zu unterscheiden. Spezialisierte Importeure prüfen Fahrzeuge vor dem Kauf physisch vor Ort.
Was gilt für junge Gebrauchtwagen unter sechs Monaten?+
Fahrzeuge mit weniger als 6 Monaten oder unter 6 000 km gelten zollrechtlich als neu. Es fallen die vollen Schweizer Einfuhrabgaben an, gleichzeitig wird die deutsche MWST erlassen.
Muss ich für die Probefahrt nach Deutschland reisen?+
Empfehlenswert ist es. Alternativ liefern viele Importeure eine ausführliche Foto- und Video-Dokumentation samt unabhängigem Prüfgutachten (DEKRA / TÜV).